Die Ghosn-Affäre wirft immer wieder neue Fragen auf

Nissan
Die Verhaftung von Renault Chef Carlos Ghosn bringt nun auch Nissan in Bedrängnis. Der japanische Teil der Gruppe wird von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bedroht. Auch neue Verschwörungstheorien machen die Runde.

Die Verhaftung von Renault Nissan-Chef Carlos Ghosn besetzt nun auch die Politik Frankreichs und Japans auf höchster Ebene. Der japanische Wirtschaftsminister Hiroshige Seko wird am Donnerstag in Paris mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire über die französisch-japanische Auto-Allianz und ihre Erweiterung “im Dienste der globalen Automobilindustrie” sprechen. Die spektakuläre Ghosn-Affäre bleibt ein Geheimnis. Es stellt sich nicht nur die Frage, wie die Allianz zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi weitergehen wird.

Experten fragen sich auch, wie es Ghosn gelungen ist, sein Gehalt bei Nissan an der Tokioter Börse in offiziellen Berichten über fünf Jahre von 2011 bis 2015 zu unterschätzen. Er soll es insgesamt fünf Milliarden Yen (rund 40 Millionen Euro) niedriger angesetzt haben als sein tatsächliches Einkommen. Wenn diese Informationen nicht verifiziert wurden oder interne Kontrollen fehlgeschlagen sind, fragen sich die Beobachter nun selbst.

Laut einem Medienbericht sollte die japanische Staatsanwaltschaft daher auch die Untersuchung von Nissan in Betracht ziehen. Die Zeitung “Asahi” berichtet, dass sie der Meinung ist, dass der japanische Autohersteller zumindest einen Teil der Verantwortung für die falschen Aussagen trägt, indem er nicht namentlich genannte Quellen nennt. Die Staatsanwaltschaft selbst hat sich nicht geäußert.

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